KURIGER und CURIGER  
     
 

KURIGER (auch CURIGER, COURIGER, CURRIGER). Alteingesessenes Geschlecht von. Einsiedeln (Kt. Schwyz), das erstmals 1331 erwähnt wird. Wappen: ursprünglich in Rot eine T‑förmige braune Krücke, die später von einem goldenen Stern überhöht und auf grünem Dreiberg, zugleich mit zwei goldenen Glöcklein an den Querbalken, dargestellt wird. Diesem Geschlecht gehören eine Reihe von hervorragenden Wachsbossierern und Goldschmieden an, so AUGUSTIN MATHIAS, 1723‑1780. Sein Sohn JOSEF ANTON, 1750‑1830, kam 1768 nach Paris zum Hofgoldschmied Roetier in die Lehre, verlegte sich später besonders auf die Wachsbossiererei und lebte mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tode in Paris, wo er grosse Anerkennung erwarb. Sein Bruder JOSEF BENEDIKT, Bildhauer, 1754‑1816, lebte meist in Einsiedeln, wo er anfänglich mehr in Terrakotta und Marmor, später aber hauptsächlich in Wachs arbeitete. Berühmt wurden besonders seine anatomischen Arbeiten. Gestorben in Paris. Seine 5 Söhne widmeten sich der gleichen Kunst: ILDEFONS, 1782‑ca.–1834, gestorben in Wien, wo er sich auch der Malerei zuwandte. Eine Reihe Arbeiten von ihm in Plastik und Malerei besitzt das Stift Einsiedeln. Seine Brüder AUGUST MATHIAS, 1787‑ca.-1811, und XAVER, beide Wachsbossierer, arbeiteten in Paris und kamen dort ca. 1811 auf geheimnisvolle Weise ums Leben. Ebendaselbst starben die jüngsten Söhne NIKOLAUS ADELRICH, 1797‑1820, und JOSEF BENEDIKT, 1798‑1816, beide Wachsbossierer. Die Werke dieser Künstlerfamilie sind weit herum zerstreut. Als weitere Künstler aus diesem Geschlecht sind zu erwähnen JOHANN DAVID, Kupferstecher in München um 1730, und JOSEF ANTON, * 1750, Bildhauer und Goldschmied.

  

Aus:  C. Benziger : Die Kunst des Wachsbossierens in der Schweiz